Forschung

Auf dem Weg zur jugendorientierten Ganztagsbildung

 

Jugend-Bildung-Ganztag in NRW: Gruppendiskussionen mit Jugendlichen und der Serviceagentur „Ganztägig lernen“ NRW

 

Bedarfe und Bedürfnisse von Jugendlichen im Fokus

Wie muss die Ganztagsschule gestaltet sein, damit Jugendliche sie gerne besuchen und dort in allen zentralen Entwicklungsbereichen nachhaltig unterstützt werden? Was brauchen Jugendliche, um für das Leben auch jenseits der Schulzeit gut vorbereitet zu sein?  

Die SAG NRW widmet ihre aktuelle Projektlaufzeit (2019-2023) v.a. diesen Fragestellungen in der Entwicklung eines Konzepts kind- und jugendorientierter Ganztagsbildung. Um eine wissenschaftlich fundierte und für Kinder und Jugendliche anschlussfähige Konzeption zu gestalten, ist ein wichtiger Bestandteil, das eigene Erleben der Kinder und Jugendlichen in Ganztagsbildungsprozessen besser kennenzulernen.

Terminierung der Erhebungen

Die Erhebungsphase startet im Frühjahr 2020. Gegen Ende des Jahres 2020 werden voraussichtlich Ergebnisse vorliegen. Die Ergebnisse der Erhebungen werden im Frühjahr 2021 veröffentlicht.

Forschungsvorhaben

Unter der Forschungsleitfrage „Was brauchen Jugendliche von der Ganztagsschule zur Bewältigung der Kernherausforderungen des Jugendalters?“ werden vom Frühjahr 2020 bis Sommer 2020 an acht Ganztagsschulen in NRW Gruppendiskussionen mit insgesamt rund 60 Jugendlichen des 9. Jahrgangs stattfinden. Mit diesem qualitativ-explorativen Forschungsansatz wird das Ziel verfolgt, praxisrelevante Bedarfe aus der Perspektive von Jugendlichen aufzudecken. Aus der Sichtung des aktuellen Forschungstandes und der Auseinandersetzung mit dem Fachdiskurs wurden drei Themenschwerpunkte abgeleitet, die vertiefend in den Blick genommen werden:

(1) Die Bedeutung und Rolle von Erwachsenen für Jugendliche im Kontext von Ganztagsbildung,

(2) Schulkultur und Ganztagsbildung sowie

(3) (Ganztags-)Bildung und gelingende Bildungsbiografien aus Sicht der Jugendlichen.

Expertenhearings: Wissenschaft und Jugend

Das Forschungsvorhaben wurde am 7. November 2019 zunächst mit ausgewählten Vertreter*innen aus Wissenschaft und Praxis und zusätzlich am 21. November 2019 mit einer Gruppe von Jugendlichen einer gebundenen Ganztagshauptschule kritisch diskutiert. Dabei standen neben methodischen Fragen insbesondere die inhaltliche Diskussion der Kernherausforderungen des Jugendalters in Anlehnung an den 15. Kinder- und Jugendbericht (Qualifizierung – Verselbstständigung – Selbstpositionierung) und der drei gewählten Themenschwerpunkte im Mittelpunkt. „Was nützt es mir qualifiziert zu sein, wenn ich es nicht gelernt habe, selbstständig zu sein?“ erklärte eine der Schüler*innen und machte den Mitarbeiter*innen der SAG damit nur an einer von vielen Stellen deutlich, worauf sie bei der Ausrichtung des Forschungsvorhabens achten sollten.